Rundschreiben der BVK Beamtenversorgung - Ausgabe Nr. 1/2026 
Logo
Logo Bayerische Versorgungskammer
Banner
Informationen zu den US-Immobilieninvestments der Bayerischen Versorgungskammer
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bayerische Versorgungskammer als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands führt die Geschäfte von zwölf berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen.
 
Sie haben vermutlich mitbekommen, dass die Bayerische Versorgungskammer derzeit kritischer Medienberichterstattung im Kontext einzelner US-Immobilieninvestments ausgesetzt ist. Diese Berichterstattung wirft verständlicherweise Fragen und Unverständnis bei Versicherten und Mitgliedern auf. Gerne möchten wir Ihnen eine kurze Einordnung zu den aktuellen Entwicklungen rund um die US-Immobilieninvestments zur Verfügung stellen.
 
Eines vorweg: Die Altersvorsorge bei der Bayerischen Versorgungskammer ist und bleibt sicher. Keinem einzigen unserer 2,7 Millionen Versicherten werden Leistungen gekürzt.
 
Die Bayerische Versorgungskammer befasst sich schon seit längerem eingehend mit der aktuellen Thematik rund um die US-Immobilieninvestments und hat dazu auch Unterstützung bei externen Experten eingeholt. Wir werden diese Investments, die zwischen 2018 und 2020 getätigt wurden, konsequent aufarbeiten.
 
Anlagestrategie der Bayerischen Versorgungskammer verfolgt stabiles Wachstum und langfristigen Vermögensaufbau 
 
Die Portfolios der Versorgungseinrichtungen werden unter Berücksichtigung von Marktentwicklungen, Anlagetrends und rechtlichen Anforderungen über verschiedene Anlageklassen und Länder breit gestreut. Die Bayerische Versorgungskammer investiert in festverzinsliche Wertpapiere, genauso wie in Aktien. Weitere Investments betreffen u.a. die Anlageklassen Private Equity, Forstwirtschaft, Infrastruktur und Immobilien.
 
Diese breite Streuung ermöglicht es der Bayerischen Versorgungskammer, das Portfolio global zu diversifizieren. Damit gleichen wir Wertschwankungen in den verschiedenen Anlageklassen aus und sichern ein stabiles Wachstum sowie einen langfristigen Vermögensaufbau. Dabei investiert die Bayerische Versorgungskammer auch über Fonds in den Vereinigten Staaten. Denn diese sind noch der wichtigste und größte Markt für Kapitalanlagen.
 
Angesichts der Niedrigzinsphase hat die Bayerische Versorgungskammer früh begonnen, die Kapitalanlage umzustellen. Ursprünglich hatten wir über 90 Prozent festverzinsliche Anlagen. Doch als die Verzinsung nach und nach von vier auf unter null Prozent fiel, haben wir den Anteil an Fondsinvestments ausgebaut – und das durchaus mit Erfolg. In der Niedrigzinsphase konnte so gegenüber der früheren Anlagestrategie ein Mehrertrag von zwölf Milliarden Euro erzielt werden.
 
Zugleich haben wir sehr früh ein effektives Risikomanagement aufgebaut. Hier ist unter anderem festgelegt, dass Einzel-Immobilieninvestments mit Projektentwicklungshintergrund nur einen sehr geringen Anteil an der Gesamtkapitalanlage ausmachen dürfen. Daher haben sie auch im Falle einer Realisierung von Risiken keine signifikanten Auswirkungen auf das Gesamtergebnis. Wenn Medien also schreiben, dass wir Geld ohne Strategie und jegliches Risikomanagement „verzockt“ hätten, mag das skandalträchtig klingen, hat aber mit der Realität nichts zu tun.
 
US-Immobilien haben Erwartungen nicht erfüllt 
 
Dass die Investments in den USA unsere Erwartungen nicht erfüllt haben, hat verschiedenste Gründe. Maßgeblich verantwortlich sind erhebliche Marktverwerfungen. In Folge der Coronapandemie und damit verbundenen Baustopps, hoher Inflation, massiv gestiegenen Herstellungskosten und den in den USA besonders signifikant angestiegenen Zinsen kam es zu deutlichen Wertkorrekturen. Dies hat insbesondere Projektentwicklungen in Bedrängnis gebracht. Das betrifft die gesamte Branche und eben auch einen Teil unseres Portfolios. Ein weiterer Grund ist, dass Projektpartner die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllt haben. In der Folge haben wir insgesamt Verlustrisiken im höheren dreistelligen Millionenbereich gegenüber den Gremien sowie der Öffentlichkeit beziffert.
 
Keine Auswirkungen auf die Versorgungszusagen 
 
Auswirkungen auf die Versorgungszusagen gegenüber Mitgliedern, Versicherten und Leistungsempfängerinnen sowie -empfängern können wir unverändert ausschließen. Einzelne Verluste in unserem breit diversifizierten Kapitalanlageportfolio werden durch Gewinne anderer Investments ausgeglichen.
 
Entscheidend für die Altersvorsorge ist, welche Rendite das Kapitalanlageportfolio in Gänze erwirtschaftet. Und hier liefert die Bayerische Versorgungskammer konstante und robuste Erträge. Nach vorläufigen Zahlen hat die kapitalgewichtete Nettoverzinsung 2025 trotz des volatilen Marktumfelds und den Belastungen durch die US-Immobilieninvestments einen Wert von rund 3,4 Prozent erreicht. Damit liegt sie auf Vorjahresniveau. Eines ist uns an dieser Stelle besonders wichtig zu betonen: Unsere Versorgungszusagen haben weiter Bestand.
 
Rechtliche Rahmenbedingungen schränken
Kommunikationsmöglichkeiten ein 
 
Bezüglich der Berichte über eine sogenannte RICO-Klage in den USA hält die Bayerische Versorgungskammer die erhobenen Vorwürfe für nicht haltbar. Wir sind davon überzeugt, dass es keinerlei rechtliche Grundlage für eine Nennung der Bayerischen Versorgungskammer in einer entsprechenden Klage gibt. Wir weisen zudem die in der Medienberichterstattung zu lesenden Vorwürfe der Interessengemeinschaft Versorgungswerke zurück. Über die Thematik informiert die Bayerische Versorgungskammer ihre Gremien kontinuierlich. Tatsächlich können wir jedoch aufgrund anhängiger Klageverfahren in den USA sowie bestehenden Verschwiegenheitsverpflichtungen und Vertraulichkeitsvereinbarungen gegenüber Mitgesellschaftern, einzelnen Versicherten und Mitgliedern oder der Öffentlichkeit nicht dezidiert Auskünfte erteilen.
 
Umfangreiches Maßnahmenpaket angekündigt 
 
Für uns steht der verantwortungsvolle und sicherheitsorientierte Umgang mit den Beiträgen unserer Mitglieder und Versicherten stets an oberster Stelle. Daher ziehen wir vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen einzelner US-Immobilieninvestments mit einem Maßnahmenprogramm umfassende Konsequenzen. Ziel ist es, die bereits eingesetzten Investment-, Risikomanagement- und Compliance-Prozesse weiter zu optimieren. Details dazu finden Sie bei Bedarf auf der Website der Bayerischen Versorgungskammer unter https://www.versorgungskammer.de/US-Immobilien.
 
Wir versichern Ihnen: Hier wird nichts unter den Tisch gekehrt. Es war die Bayerische Versorgungskammer selbst, welche proaktiv die Staatsanwaltschaft zur Prüfung einer eventuellen strafrechtlichen Relevanz der Vorgänge eingeschaltet hat. Zudem hat die Bayerische Versorgungskammer arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet. Eine vom Vorstand veranlasste externe Untersuchung hatte zuvor Compliance-Verstöße aufgedeckt.
 
Die gewissenhafte und umfassende Aufarbeitung des Sachverhalts bleibt für uns weiter höchste Priorität. Selbstverständlich werden wir die Gremien der einzelnen Versorgungseinrichtungen weiterhin kontinuierlich informieren. Darüber hinaus möchten wir Sie auf die Websites der Bayerischen Versorgungskammer und der einzelnen Versorgungseinrichtungen hinweisen, auf denen regelmäßig aktuelle Informationen zum Thema transparent bereitgestellt werden.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihre Bayerische Versorgungskammer
 
Informieren Sie auch Ihre Beschäftigten!
In einem ausführlichen Schreiben wendet sich der Vorstand der Bayerischen Versorgungskammer direkt an Sie als unsere Mitglieder und an Ihre angemeldeten Dienstkräfte. Das Schreiben finden Sie hier
 
zum Download.
 
Wir bitten Sie, das Infoblatt an Ihre Beschäftigten weiterzuleiten, damit auch sie wissen: Die Altersversorgung bei der Bayerischen Versorgungskammer ist und bleibt sicher!
 
Die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger werden von uns ebenfalls informiert.
 
XingLinkedinKununu
IMPRESSUM